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Mein Name ist Christopher Uhe, ich bin momentan 19 Jahre alt und leiste einen Freiwilligendienst in Ungarn und werde mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.
Mit diesen Blog, halte ich Freunde, Familie und jeden, den es interessiert auf dem Laufenden.

Mittwoch, 16. November 2011

Die Sprache und Gedanken über die Zukunft

Ich habe mich schon etwas länger nicht mehr gemeldet. Doch das soll sich nun ändern.
Meine Arbeit ist mittlererweile schon Routine. Jeden Dienstag fahre ich nach Felsönyarad um dort mit Max Englisch- sowie Deutschunterricht bei Schülern der 5. - 8. Klasse zu geben.
Danach fahren wir beide zu Edit Néni, eine ältere Dame, welche im Rollstuhl sitzt.
Sie scheint die perfekte Lehrerin zu sein, da sie nur Ungarisch spricht und weiß, was die Fredies in der Landessprache sagen können.
Mit ihr kaufen wir ein, reden oder lassen uns von ihr bekochen (Sie kocht immer für uns mit. Da wäre es unhöflich nein zu sagen!)

An den anderen Tagen gebe ich meine Konversationsstunden, unterhalte mich mit den Schülern in der Freizeit, sofern sie es wollen, um ihr Deutsch zu verbessern und helfe jetzt sogar einer kleinen Gruppe von Schülern, welche an einem Deutsch-Gedichtwettbewerb teilnimmt.

Heute begann der nächste Teil meiner Arbeit.
Ich fahre zusammen mit ein paar Schülern zu einer Art Wohnheim und Tagespflege für behinderte Menschen, mit welchen wir uns beschäftigen sollen.
Ich werde am Montag, Mittwoch und Freitag dort auftauchen und mein Bestes geben!

Mein Bestes kann ich aber nur geben, wenn ich die Sprache beherrsche. Das ist mir heute klar geworden.
Nur leider sind meine Kenntnisse der Sprache eher mittelprächtig.
Das wichtigste kann ich sagen, nur wird es nicht für die Arbeit mit Behinderten Menschen ausreichen.
Da ich diese Arbeit jedoch als sehr wichtig für mich und meinen Dienst an der Welt ansehe, ist es eine große Motivation für mich, diese Sprache zu lernen. Komme was wolle!

Ich bin hier glücklich.
Ich habe schon einige Freunde gefunden, gehe oft aus und genieße das Leben.
Doch auch dieses Jahr wird irgendwann vorbei sein und ich fange mir an, darüber Gedanken zu machen.

Ich bin jetzt glücklich und möchte das auch nach diesem Jahr sein. Zuerst dachte ich, ich schlage einen Weg ein, bei dem man genug Geld verdient.
Doch ist das wirklich so wichtig? Ich möchte, das mich meine Arbeit erfüllt und glücklich macht.
Und was habe ich davon, wenn ich nachher als reicher Mann sterbe und nichts mit dem Geld angefangen habe? Fragen über Fragen, die sich mir da stellen.
Das Unterrichten macht mir Spaß und ich werde mich auch als Lehrer bewerben.
Nur ich muss der Wahrheit ins Auge blicken, mein Abitur ist nicht das Beste, die Unis sind überfüllt, weil Deutschland ein beschissenes Bildungssystem vorzuweisen hat und dementsprechend viele Bewerber gibt es für die Studienplätze.
Was mache ich, wenn ich dort nicht angenommen werde?
Ich habe mir überlegt, mich wieder bei der Bundeswehr zu bewerben. Aber macht mich das glücklich? Da lockt auf jeden Fall das Geld aber ein richtiges Leben habe ich da auch nicht.
Ich bin kein Mensch, der sich immer etwas vorschreiben lässt.
Ich bin ein Freigeist, der auch mal Kritik bei seinen Vorgesetzten äußern will und sich eben nicht immer nach der Gruppe richtet. Also wird das wohl eher die "Notlösung", falls nichts mehr übrig bleibt.

Dann kam mir neulich der Einfall, welchen ich schon vor ein paar Jahren hatte.
Sich für Schauspiel bzw Regie zu bewerben. Nunja, in Deutschland werden Schauspieler nicht sehr gut bezahlt und die Einkommen für Schauspieler und Regisseure sind Projektgebunden. Es ist also kein sicherer Weg, seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Doch ich denke, dass mich diese Arbeit glücklich machen würde. Es ist ein sehr kreativer Job, bei dem man sich austoben kann und andere Menschen inspirieren kann (sofern man seine Sache gut macht).
Außerdem sieht man viel von der Welt, oder zumindest Deutschland, und kann seine künstlerische Ader austoben.

Am Liebsten jedoch, wäre mir der Lehrerjob. 
Das unterrichten hier macht mich glücklich und ich empfinde den Beruf als Lehrer auch als DEN WICHTIGSTEN. Hier in Ungarn wird dieser sehr wichtige Beruf sehr schlecht bezahlt, was mich für die Lehrer an meiner Schule sehr ärgert.
In Deutschland hingegen, verdient man schon viel. Außerdem hat man die einmalige Chance, bei der Entwicklung unserer Zukunft mitzuwirken. Denn die Lehrer haben nunmal eine Art Vorbildfunktion.

Ich weiß nicht, was mit mir passieren wird. Ich weiß nur, dass ich mich dem momentanen Bild lossagen werde. Mir geht es nicht darum, genug Geld zu verdienen. Ich möchte einfach nur glücklich werden.

Und damit schließe ich mit einem Zitat, welches zu dieser Situation, in meinen Augen, sehr passend ist.

Wir brauchen nicht so fortzuleben, wie wir gestern gelebt haben. Machen wir uns von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein.
                               Christian Morgenstern