Ich bin Christopher Uhe und heute ist mein 20. Geburtstag.
Es ist lustig, ich sitze hier in Miskolc, Ungarn, in meinem Zimmer. Ganz alleine.
Und doch fühle ich mich nicht alleine.
Doch wie kommt´s dazu? Ich versuche nun mit meinen lieben Bloglesern, dies rauszufinden.
Am 17.10.1991 erblickte ein kleiner Junge zum ersten Mal das Licht der Welt. Sein Vater lag in der Prignitz aufgrund eines Blinddarmdurchbruchs im Krankenhaus und konnte somit leider nicht an der Geburt teilhaben. Deshalb durfte der Vater sich den Namen aussuchen und so erhielt der Säugling den Namen Christopher. Da seine Eltern noch nicht verheiratet waren bekam er den Nachnamen seiner Mutter, also Christopher Jungbluth.
Christopher war der "Letzte" der in diese Familie hineingeboren wurde. Vor ein paar Wochen wurde sein Cousin Felix geboren. Seine Cousins Florian, Fabian und Milan und Cousine Anne waren allesamt älter als er und freuten sich bestimmt über den Zuwachs in der Familie ;)
Zunächst musste das Frühchen Christopher, welches genau einen Tag nach Onkel Peters und Onkel Maiks Geburtstag geboren wurde, im Krankenhaus bleiben.
Danach wohnte er mit Mama Bettina für ein paar Wochen Schwerin, bis sie schließlich nach Perleberg in einen Neubaublock zu Papa Torsten zogen.
Oma Ingrid (Torstens Mutter) wohnte in einer Doppelhaushälfte, ihren Mann, Opa Gerhardt, lernte Christopher leider nie kennen, da er vor der Wende aus dem Leben schied.
Nach ein paar Jahren war ein "Wohnungstausch" angesagt. Oma Ingrid zog in die Wohnung und Familie Uhe/Jungbluth in die Doppelhaushälfte, wo sie bis heute noch wohnen.
Christopher hatte eine schöne Kindheit. In der Krippe lernte er Katharina kennen zu welche Christopher im Laufe der Jahre eine feste Freundschaft aufbaute, welche bis heute noch Bestand hat.
Im Kindergarten kam Ernst-Christian (einfach nur Motzki genannt) dazu, mit welchem ihn heute noch eine wunderbare Freundschaft verbindet, obwohl die Beiden unterschiedlicher nicht sein könnten.
Während der Schulferien besuchte er immer wieder seine Großeltern mütterlicher Seits. Oma Waltraud und Opa Uwe wohnten in NRW, also nicht wirklich in der Nähe. Es war immer eine schöne Zeit für ihn, wenn er "Omchen und Opchen" besuchte, wo der Opa doch das Interesse an Computern in Christopher weckte und die Oma ihn am Anfang immer mit auf die Arbeit nahm (sie war Erzieherin). So lernte der Junge schon relativ früh in einer fremden Umgebung Kontakte zu knüpfen und sich mit anderen Kindern anzufreunden.
Außerdem war manchmal Cousine Anne zu besuch, mit welche er eine Menge Spaß hatte (es gibt noch Videoaufnahmen von diversen Huckepackwettkämpfen vom Team Anne/Uwe gegen Team Christopher(Von seinem Opa nur Stoffhund oder Stoffie genannt)/Waltraud).
Hier verbrachte Christopher wirklich gerne seine Zeit und die Großeltern wurden schnell zu den ihm liebsten Menschen auf der Welt.
Doch eines Tages kam die Schocknachricht, welche der Junge an sich noch nicht ganz begreifen konnte.
Oma Waltraud erkrankte an Brustkrebs und bekam diverse Therapien (unter anderem Chemo) verordnet.
Daraufhin entschieden sich Torsten und Tina zu heiraten.
Am 10. Mai 2002 gaben sie sich auf der Seebrücke Sellin im kleinen Kreise(nur die beiden Omas, Opa und Oma Ingrids Lebensabschnittsgefährte Erwin waren dabei) das Ja-Wort und Christopher legte den Namen Jungbluth ab und wurde zu einem Uhe.
Es war schön, dass sie so alle noch vereint waren, denn dann fing eine schlimme Zeit an.
Am 26.07.2003 verlor Oma Waltraud den Kampf gegen den Krebs. Sie starb im Alter von 57.
Auf ihrer Beerdigung hat Christopher das erste mal richtig aus tiefster Seele geweint.
Als dann am 02.03.2004 Opa Uwe mit frischen 60 Jahren einen Herzinfakt auf der Arbeit erlitt und an seinen Folgen verstarb, konnte der Junge nicht begreifen, warum Gott, eine höhere Macht oder sonst was zulassen kann, dass solche gute Menschen so früh von der Welt gehen müssen und manch andere Tatterköpfe wie wandelnde Leichen noch unter uns weilen.
Doch irgendwie verging diese traurige Zeit.
Christopher verstand, dass der Tod zum Leben dazu gehörte. Und machte mit seinem Leben weiter.
Im Schwimmverein SV Blau Weiß Perleberg war er schon einige Jahre Mitglied und schwamm dort mit seinem Freund Paul, welcher ihn erst zum Schwimmen brachte, und mit Freund Nico.
Eines Tages schloß sich der Verein mit mit dem ESV Wittenberge zusammen und sie wurden zum SV Freizeitpark Wittenberge in welchem sich Christopher mit den hinzugekommenen neuen Vereinskameraden schnell anfreundete.
Außerdem kam Christopher auf das Gottfried Arnold Gymnasium, wo er der 7.2. unter der Leitung von Gerald Wolff beitrat. Auch hier fand er viele neue Freunde, wie Hanna, Lisa, Steffie und Ulli.
Hier reifte er langsam heran und die erste Station zum Erwachsenwerden war die Jugendweihe, zu der viele Verwandte und Freunde, die ihn sein Leben lang begleiteten, kamen.
Das Vereinsleben prägte den Jugendlichen sehr. Er wurde zum Rettungsschwimmer und zum "Assisstententrainer". Außerdem wurde er von seinem "Mentor" und Vereinsvorsitzenden Knut darum gebeten Jugendwart des Vereins zu werden. Seine damalige (und auch erste) richtige Freundin Franka sollte ihm dabei unterstützen.
Die Zeit verging und Christopher kam in die 11. Klasse. Sekundarstufe 2 - das Abitur rückte immer näher.
Nun wurden die beiden Klassenzüge zusammengepackt und er bekam eine Tutorin, Marion Krieg, welche ihm ebenfalls zu einer Art Mentorin aber auch guter Freundin wurde.
In der 12. Klasse ging es für ihn dann das erste mal nach Italien. Dort lernte er Birte, eine neue Schülerin aus dem "Westen" kennen und er freundete sich mit dem Baldabiturienten Sebastian "Boddel" an.
Aus Spaß meinte Christopher, ob Birte nicht eine hübsche Schwester hätte, die Single wäre.
Und so kam es, dass ein paar Wochen später Christopher, Boddel, Birte und ihre Schwester Anika auf einer Art "Doppeldate" (eigentlich ja nur im Edellokal McDonalds einen Burger dinnieren und danach zu Motzkis Geburtstagsparty düsen) waren. Ein paar Wochen später, am 12.11.2009 waren Christopher und Anika dann ein paar.
Sie war seine erste richtig große Liebe und sie veränderte ihn, ob er es wollte oder nicht.
In diesem Jahr war alles super. Er wurde beim Schwimmen besser, die Zensuren besserten sich (ein wenig), er wurde Gründungsmitglied des neuen Schwimmvereins Schwimmclub Delphin Wittenberge e.V. und mit seinen Freunden lief auch alles prima. Wie nun mittlererweile jeder wissen sollte, sind Beziehungen in dem Alter nicht für die Ewigkeit bestimmt und so kam es, dass Christopher am 13.11.2010, nach einem Jahr Beziehung, wieder Single war.
Es traf ihn schon hart, aber durch das frühe davonscheiden seiner Großeltern wusste er, dass das Leben zu kurz sei, um Trübsal zu blasen und so rappelte Christopher sich nach einiger Zeit wieder auf.
Er ist heute noch mit Anika, Birte und Boddel befreundet und kann sich ihnen jederzeit anvertrauen.
Dann kam der Abistress. Klausuren, Prüfungen. Es war schön, als sich die Klasse nach den schriftlichen Prüfungen endlich in Calella ins Partygetümmel stürzen konnte.
Hier wuchs der Jahrgang noch einmal "final" zusammen. Es wurde viel gefeiert, getrunken und viele Erinnerungen (und natürlich auch zuvor getätigte Speisen) gingen verloren.
Doch es ging nicht nur etwas verloren. Denn nach dieser Abifahrt kam Christopher als vergebener junger Mann zurück nach Deutschland. Nach langer (verbaler) Überzeugungsarbeit konnte er Nell seine Freundin nennen.
Es war von Anfang an ein "dunkles Mal" über dieser Beziehung, wo Christopher doch nach dem Abitur für ein Jahr nach Ungarn und Nell für ein Jahr nach Irland gehen würde. Doch sie fanden, dass es die Zeit durchaus wert sei! Christopher wollte nicht in einigen Jahren zurückblicken und es bereuen etwas NICHT getan zu haben. Leider sind die beiden heute nicht mehr zusammen. Aber nach diesem Jahr werden sie sich wieder sehen und nur die Zukunft weiß, was dann sein wird.
Nun denn, die mündlichen Prüfungen gingen vorbei und der Chaostag brach an. Die Noten der Prüfungen wurden bekannt gegeben. Super, Christopher hatte bestanden. Zwar nicht die Noten, die er wollte, aber da fragt nach einem Studium sowieso keiner mehr nach. Der Chaostag war ein schönes Erlebnis in seinem Leben und wurde nur noch vom Abiball getoppt. Der Tag, an dem sein Jahrgang vermutlich das letzte Mal komplett war und sich 100% wie eine Masse fühlte. Nach Abisong, Abitanz und vielen anderen Begebenheiten verging dieser Abend jedoch viel zu früh. Als um 6 Uhr die Lichter in der Halle angingen, Knockin´ on heavens door gespielt wurde und die letzten verbliebenen Gäste sich unter Tränen verabschiedeten, war dieser wunderbare Abschnitt in seinem Leben beendet.
Doch Christopher wusste, dass er diese geile Zeit nie vergessen wird.
Und schon ging ein anderer Abschnitt in seinem Leben los. Die ICE Zeit, über die im Blog schon berichtet wurde.
Und nun wechsele ich von der Perspektive des Außenstehenden in die, des Erlebenden.
Ich bin hier in Ungarn. Ein vollkommen fremdes Land. Ich habe mir einfach drauf los neue Freunde gesucht, mit denen ich bestimmt ein tolles Jahr haben werde. Am Wochenende kommen meine Mitfreiwilligen vorbei, und wir werden meinen Geburtstag feiern.
Ich habe meine Freunde in der Heimat (es sind zu viele um sie aufzuzählen),meine "Mentoren" bzw. Autoritätspersonen, die bei mir etwas geweckt haben(Knut, Marion), meine Verwandten(Milan, Felix, Flori, Anne, Fabian, Peer, Petra, Maik, Kerstin, Norbert, Birgit, Peter), meine Oma und natürlich meine Eltern - alle haben mich mein Leben lang begleitet und sind "Schuld" daran, dass ich zu der Person geworden bin, die ich jetzt bin.
Ich weiß nicht, warum ich so ein sonniges Gemüt habe. Die liebsten Menschen, die ich auf der Welt hatte, sind mir viel zu früh genommen worden und DAS hat mich irgendwie zum Optimisten gemacht, der versucht, ein jedem einen kleinen Lichtstrahl in seine doch so problemreiche Welt zu setzen.
Ich bin Christopher Uhe, heute ist mein 20. Geburtstag und ich fühle mich einfach nur super.
Ich werde dieses Jahr in vollen genießen und werde immer an die Personen denken, die mich in diesen ersten zwanzig Jahren geprägt und begleitet haben.
Dieses Jahr wird eines der besten Jahre meines Lebens.
Denn dieses Jahr
ist mein Jahr!
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