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Mein Name ist Christopher Uhe, ich bin momentan 19 Jahre alt und leiste einen Freiwilligendienst in Ungarn und werde mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.
Mit diesen Blog, halte ich Freunde, Familie und jeden, den es interessiert auf dem Laufenden.

Freitag, 23. September 2011

Die Ankunft

          "Wir leben ein gutes Leben, Bruder"
"Das Beste!"

"Möge es sich nie ändern"

"Und möge es uns nie ändern"

Dieser Dialog hätte sich heute Abend sicherlich ereignet, wenn ich einen Mitfreiwilligen gehabt hätte, als ich auf die Aussichtsplattform eines alten Fernsehturmes stieg. Der Ausblick der sich mir bot, war traumhaft. Zu meinen Füßen lag die Stadt Miskolc. Nachdem die Sonne langsam hinter den Bergen verschwand begannen die Lichter der Stadt das Tal allmählich zu erleuchten. Ich bin jetzt genau 24 Stunden in meiner Stelle.

Als wir am 15. September am Morgen in Budapest ankamen, begrüßten uns wieder Péti und Zsófi, "unsere Malteser".
Für uns ging es erstmal in die Freiwilligenwohnung, in der Niko (er wird in der Stadtzentrale arbeiten) und Flo (Landeszentrale) wohnen werden. Hier haben wir 4 Jungs Youness kennen gelernt, einem französischen Freiwilligen, welcher zusammen mit Esra (einer Freiwilligen aus Deutschland) in Gyöör wohnen und arbeiten wird.
Am gleichen Abend haben wir uns mit Lisa, Louise, Elli, Katha und Nele getroffen. Sie machen in Rumänien ihr FSJ.  Gemeinsam haben wir das Budapester Panorama von der Fischerbastei aus genossen. Ein unvergessliches Bild! Noch in der selben Nacht trennten sich unsere Wege, da die Rumänen am nächsten Tag in ihre Stellen fuhren.

Diese Woche verging viel zu schnell; wir hatten wieder Sprachkurs mit Bálint(einmal sogar in der kleinen Wohnung von Flo und Niko. Echt lustig, da mit 10 Mann Unterricht zu machen :D), was uns wirklich sehr geholfen hat. Wir besuchten ein großes Alters- und Obdachlosenheim sowie einen Malteserspielplatz und das Goethe-Institut, gingen bei 30° an der Donau in Szentendre baden, lernten etwas über die Geschichte und Politik Ungarns kennen und natürlich gingen wir auch feiern, was in Budapest wirklich eine Erfahrung ist.
Doch am Ende der Woche waren wir auch froh, endlich in unsere Stellen zu gehen. Wo wir doch schon seit einigen Tagen bzw. Wochen aufeinanderhingen und nun endlich unser FSJ beginnen wollten!
So ging es am Donnerstag dann für uns nach einer letzten Stunde mit Bálint, dem wahrscheinlich coolsten Typen unter den Sprachlehrern, an unsere Stellen.
Ich bekam meinen Dienstwagen, ein Malteserskoda, der älter ist als ich und sich auch so fährt. Mit diesem habe ich Mara am Nyugati Bahnhof abgesetzt, was jedoch leichter klingt als es war. Nach einer unmöglichen Wendeaktion im Budapester Verkehr und der Angst, das Auto würde bald auseinanderfallen (es war von oben bis unten mit Koffern und Taschen vollgepackt und der Motor hat auch einen äußerst beunruhigenden Sound, bei dem man manchmal echt Angst vor dem Schalten bekommt) konnten wir dann Mara endlich absetzen und es ging für mich und Max auf die Autobahn. Die zu finden war eigentlich ganz leicht, die unzähligen Ampeln in Budapest gingen einem nur gehörig auf dem Keks.
Die Fahrt auf der Autobahn an sich war nichts besonderes. Man konnte mal ausprobieren, wie schnell unser Gizmo (das Fredieauto) drauf hat und ansonsten wurde bei schöner Musik aus dem Radio die ungarische Landschaft bestaunt.

Ich weiß nicht warum, aber wir haben auf Anhieb den Weg zu Max´ Stelle gefunden und als ich ihn abgesetzt habe, war es auch kein Problem wieder nach Miskolc zu fahren und dort mein Internat zu erreichen.
Hier wurde ich von Pater Attila Atya empfangen, der mir ein Zimmer gab. Völlig erschöpft(die letzte Party hatte Energie gekostet ;)) konnte ich mich nun ausruhen.

Am nächsten Morgen wurde ich dann von Andi, meiner Mentorin auf dem Schulhof empfangen. Sie zeigte mir das Lehrerzimmer, die Deutschräume und die Mensa, gab mir meinen Stundenplan und nahm mich mit in ihre Klasse, wo ich mich kurz vorstellen sollte und dem Deutschunterricht beiwohnte.
Außerdem machte sie mich mit den anderne Lehrern bekannt. Nori und Berni sind 2 Deutschlehrer, bei denen ich mithelfen werde. Am Montag werde ich Tamás und Judit kennen lernen, sie waren mit einer Deutschklasse in Berlin.
Außerdem lernte ich Balasz kennen, einem Lehrer, der für die Sozialprojekte zuständig ist an denen die Schüler(und ich) am Nachmittag teilnehmen sollen. Er hat mir gleich in seiner Landessprache beigebracht, dass er nur ungarisch mit mir sprechen wird und es sich zur Aufgabe gemacht hat, mir so die Sprache zu lehren. Als er den Satz damit beendete, dass er mich mal mit einem Bierchen besuchen komme und ich das sogar verstand, konnte ich ein Lächeln auf seinem Gesicht erkennen.

Danach ging es für mich in den Unterricht von Berni, welche in ihrer Deutschklasse grade den Film "Dresden" behandelte. Nach dieser Unterrichtsstunde ging es für mich in die Mensa. Eine leckere Suppe (ich glaub es war eine Art Kartoffelsuppe) und einem Bohneneintopf war ich völlig vollgestopf. Ich werde mir echt ein paar sportliche Aktivitäten suchen, sonst werde ich hier noch fett! Auf dem Weg zu meinem Zimmer (Mittagsschlaf ist doch was feines!), sah ich auf dem Schulhof Balasz mit einer Gruppe Schülern. Auf einmal fingen alle, inklusive Balasz, an, Handstand zu machen. Ich weiß nicht genau, was das war, vlt. eine Art Wettkampf, aber ich fand es höchst amüsant und es hat mir gezeigt, dass die Lehrer hier mit den Schülern ein gutes Verhältnis zu haben scheinen.
Am Abend ging ich dann in einen ungarischen Supermarkt, kaufte mir ein Bierchen und nen Berg an Túró Rudi (ein sehr leckerer Riegel, den es nur in Ungarn zu geben scheint) und begab mich zum Fernsehturm, wo ich den Sonnenuntergang bewundern konnte.

Jetzt sitze ich in meinem Zimmer, durch das geöffnete Fenster tönt Gitarrenmusik, da unter mir ein Musikraum ist und dort geprobt wird und schreibe an meinem Blog.

Ich habe hier zwar noch nicht richtig gearbeitet, aber ich weiß, dass diese Schule ein gutes neues Heim für mich wird und ich mit viel Spaß an die ganze Sache rangehen werde. Die Lehrer hier sind alle sehr nett und die Schüler scheinen auch talentiert und gute "Kinder" zu sein (ich bin ja selbst nur ein paar Jahre älter ;)).
Außerdem ist das Gelände an sich atemberaubend schön und die Stadt hat auch einen ganz speziellen Charme.
Man kann sie zwar nicht mit dem Panorama von Budapest vergleichen, aber sie ist etwas ganz Besonderes. Dafür gibt es einen guten Grund.
Sie ist jetzt meine Stadt.

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